Wenn der Himmel brennt

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Pyrotechniker Chritian Vogt bringt Feuerwerke nicht nur an den Sauerländer Himmel

Von Heike Schulte-Belke

KPK400110Dass das Sauerland vielseitig ist, weiß man. Dass es hier aber auch Menschen gibt, die sich intensiv mit der Pyrotechnik beschäftigen, ist nicht jedem bekannt – Christian Vogt ist einer davon. „Feuerwerke faszinierten mich schon immer“, sagt der 26-jährige Bad Fredeburger, der jährlich an Silvester sein eigenes kleines Feuerwerk zündete. So entstand auch die Idee, mehr aus seinem Hobby zu machen. Nachdem er sich intensiv die Arbeit der Pyrotechniker ansah, nahm er selbst an einem Lehrgang teil. Einige Bescheinigungen mussten beantragt sowie Auflagen erfüllt werden, um mit Feuerwerk arbeiten zu dürfen. Seit 2011 arbeitet er in diesem Bereich selbständig, größere Aufträge hat er in Städten wie Berlin oder Hamburg.

Feuerwerke können sowohl in großen Räumen als auch im Freien gezündet werden, allein die Technik und die Brennkörper sind dafür entscheidend. Häufiger nachgefragt wird das Outdoor-Feuerwerk. Und da gibt es große Unterschiede: Spezielle Feuerwerksbomben sind auch am Tag sichtbar, es gibt Bodenfeuerwerke oder die, die mehrere hundert Meter in die Höhe gehen. Was dann am Himmel hell erstrahlt, erweckt immer wieder besondere Aufmerksamkeit. Auch viele Spezialeffekte sind möglich: Namenszüge, brennende Herzen, Farb- oder Flimmereffekte und passende Musik im Hintergrund sind sehr beliebt. Ein gewisses künstlerisches Verständnis ist dabei erforderlich, denn die Effekte müssen zusammenpassen und besonders wirken.KPK400742 KPK400339 KPK400307 KPK400945 KPK400203 KPK400942 KPK400182 KPK400940 KPK400705

Am Computer wird in aufwändiger Arbeit getüftelt, um einen genauen Zündplan zu programmieren – dabei kommt es auf Bruchteile von Sekunden an. Auf einer Chipkarte werden dann alle Daten gespeichert. Nachdem die gesamten Feuerwerkskörper aufgebaut und mit Zündkabeln verbunden worden sind, bedarf es dann nur noch eines Knopfdrucks. Die Zündanlage setzt alles Gespeicherte um. Die eigentliche Arbeit liegt daher in der Vorbereitung. Der Aufwand und die Sicherheitsauflagen für solch ein sehenswertes Lichtspiel sind enorm. „Ein fünfzehnminütiges Feuerwerk bedeutet etwa zwei Arbeitstage Programmieren“, erklärt der Pyrotechniker.

Jährlich treffen sich die Pyrotechniker zu Fachtagungen, bei denen es Vorführungen gibt, Neuigkeiten vorgestellt werden und über Gesetzesänderungen informiert wird. Christian Vogt ist immer dabei, er ist selbstkritisch und feilt ständig an Verbesserungen. Denn auch, wenn es unter den 500 Pyrotechnikern in Deutschland nur 40 gibt, die davon ihren Lebensunterhalt bestreiten, so wünscht er sich doch, seine große Leidenschaft auch in der näheren Umgebung weiter auszubauen.

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